Wurden noch zu Beginn der Bündnisaktivitäten jährlich bis zu 1.700 Anzeigen wegen illegaler Graffiti bei der Kieler Polizei zur Anzeige gebracht, konnte dieser Spitzenwert auf 727 Fälle im Jahr 2009 Jahr reduziert werden. Dennoch gilt auch im neunten Jahr: Wer mit offenen Augen durch das Kieler Stadtgebiet fährt, kommt an ihrem Anblick nicht vorbei; Farbschmierereien!
Das Kieler Bündnis gegen illegale Graffiti - eine Erfolgsgeschichte!
Mit einer statistischen Sondererfassung wurden im Jahr 2000 für den Bereich der Landeshauptstadt Kiel 1650 Fälle von Sachbeschädigungen durch illegale Graffiti polizeilich registriert. Eine Steigerung auf 1712 registrierte Fälle im Jahr 2002 stellte die Belastungsspitze dar. Fortan wurde in der polzeilichen Statistik eine kontinuierliche Verringerung der Fallzahlen festgestellt, um auf ein Allzeittief von 727 registrierten Fällen im Jahre 2009 reduziert werden zu können. Die Tendenz für das laufende Jahr 2010 ergibt mit Stand September eine weitere deutliche Abnahme in diesem Phänomenbereich auf aktuell 493 registrierte Taten.
Graffiti als Kunstform ist unstreitig!
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Niemand wird deshalb etwas gegen die Kunstform Graffiti haben. Illegale Farbschmierereien allerdings verunstalten öffentliche und private Gebäude, Brücken und Züge, aber auch denkmalgeschützte Objekte – und sind in Kiel leider allgegenwärtig. Unabhängig von jährlichen Schäden in Millionenhöhe beeinträchtigt das durch Farbschmierereien entstehende Stadtbild das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Auch der Wohnwert eines Stadtteiles wird in erheblichem Maße durch dessen optischen Eindruck bestimmt. Darüber hinaus verzeichnen Wohnumfelder, die verwahrlosen, eine zunehmende Kriminalität.
Gemeinsame Initiative gegen illegale Graffiti!
In einer gemeinsamen Initiative haben im Juli 2001 die Kieler Polizei und die Landeshauptstadt Kiel ein Projekt zur Beseitigung und Verhinderung von Farbschmierereien ins Leben gerufen. Am 08. Februar 2002 wurde das Projekt KLAR SCHIFF – Kieler Bündnis gegen illegale Graffiti im Kieler Rathaus der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Verlaufe dieser acht Jahre hat sich viel ereignet: Zeitweilig engagierten sich bis zu 40 Bündnispartner aktiv in diesem einmaligen Kieler Bündnis.
Das Bündnis in Aktion!

Anfänglich wurde mit hohem Personal- und Sachaufwand aktiv auf Eigentümer und Nutzer von Immobilien Einfluss genommen und in vier Teilausschnitten des Kieler Stadtgebietes Reinigungsaktionen durchgeführt. Allein die Landeshauptstadt Kiel stellte dafür jährlich einen Betrag von rund 250.000 € zur umgehenden Beseitigung von Farbschmieren an stadteigenen Liegenschaften bereit. Unterstützt wurden diese Reinigungskationen durch eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit und zielgerichtete Kampagnen. Bereits im Jahre 2002 wurde für das Bündnis ein eigenes Logo entwickelt und eine Homepage installiert, auf der sich Interessierte umfangreich informieren können. In den ersten fünf Jahren stand den Kieler Bürgerinnen und Bürgern eine 0180er Hotline zur Verfügung. Diese wurde eingerichtet um eine bürgerfreundliche Erreichbarkeit des Bündnisses zu gewährleisten.
Bereits frühzeitig waren sich alle Beteiligten über das Erfordernis einer nachhaltigen Prävention an Schulen in diesem Themenkontext einig. Seitdem wurden 22 von 34 Kieler Schulen ein Angebot zur Durchführung eines Präventionsunterrichtes unterbreitet und durchgeführt. Das Ziel, die Initiierung eines dauerhaften Präventionsangebotes an Kieler Schulen für alle Schüler/innen der Klassenstufen 7 und 8 (für Schüler/innen aller Schultypen) ist nahezu erreicht.
Der Unterricht wird von einem fachlich versierten Sozialpädagogen sowie einer/einem für Jugendliche zuständigen Beamtin/Beamten des für die Schule entsprechenden Polizeireviers durchgeführt. Unterrichtsinhalte sind die Vermittlung der sozial-ethischen Seite des illegalen Sprühens, die Haltung der Jugendlichen zum Thema sowie die Aufarbeitung dieser Fragen, insbesondere der Hinweis auf straf- und zivilrechtliche Folgen der Sachbeschädigung durch illegale Graffiti. Letztlich werden die Einsicht und das Verständnis für die Normen und Regeln des menschlichen Zusammenlebens in der Gesellschaft und Möglichkeiten/Alternativen zum illegalen Sprühen vermittelt.
Zwischenbilanz im neunten Jahr
Im neunten Jahr des Bestehen dieses Bündnisses fand am 25. August eine weitere gemeinsame Sitzung der Bündnispartner statt. Insgesamt nahmen 17 Institutionen, Firmen und Behörden daran teil. Folgende Kernaussagen können als Erfolg des Bündnisses, aller Beteiligten und Unterstützer festgestellt werden:
Die Anzahl der im Stadtbild und der Partnerkommunen feststellbaren illegalen Graffiti ist in den letzten Jahren rückläufig. Diese Feststellung korrespondiert mit der polizeilichen Kriminalstatistik. Das Kieler Bündnis gegen illegale Graffiti - KLAR SCHIFF schreibt die Reduzierung der Fallzahlen dem jahrelangen und intensiven Bemühen aller Partner zu. Gleichwohl wurden 2009 noch rund 700 Fälle illegaler Graffiti im Stadtgebiet festgestellt.
Perspektivausblick
Das Kieler Bündnis gegen illegale Graffiti - KLAR SCHIFF wird seine Bemühungen fortführen und seinen Schwerpunkt in der gezielten Öffentlichkeitsarbeit und im schulischen Präventionsangebot setzen. Ein sichtbarer Schritt ist hierbei die Freischaltung einer neuen Webpräsenz des Bündnisses zum 01. November 2010. Themenschwerpunkte sind dabei Informationen zur Prävention, der Reinigung, dem Straf- und Zivilrecht, einem Veranstaltungskalender, einer Infothek sowie einem Behördenfinder.
Illegale Graffiti um rund 60 % reduziert!








